Mehr Sex – spätere Wechseljahre?

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Irgendwann endet bei jeder Frau ihre fortpflanzungsfähige Zeit. Der Beginn der Wechseljahre (Klimakterium), meist ab Mitte 40, läutet diesen neuen Lebensabschnitt ein. Das Ende der fruchtbaren Phase bedeutet glücklicherweise nicht das Ende sexueller Aktivität und Erfüllung. Wobei eventuell das eine doch Einfluss auf das andere haben könnte. Diese Vermutung legen jedenfalls jüngere Untersuchungen nahe.
Generell tickt bei Frauen die „hormonelle Uhr“ zwar individuell – doch bei den meisten beginnen irgendwann Mitte/Ende der Vierziger die Eierstöcke die Produktion der Geschlechtshormone herunterzufahren. Die Fruchtbarkeit nimmt ab, die Regel wird zunächst unregelmäßig und bleibt schließlich (meist im Alter von 51 bis 52 Jahren) vollends aus. Dieses Ausbleiben wird als Menopause bezeichnet, was nicht irritieren sollte, denn es handelt sich dabei keinesfalls um eine Pause, sondern um die allerletzte Menstruation, die so bezeichnet wird, nachdem ihr auch im Zeitraum eines Jahres keine weitere mehr gefolgt ist.
Beeinflusst wird dieser biologische Prozess von mehreren Faktoren wie etwa der genetischen Disposition, durch Umwelteinflüsse, dem Ernährungsstatus, dem Lebensstil und vieles mehr. Apropos Lebensstil: In der SWAN-Studie (Study of Women’s Health Across the Nation) wurden über einen Zeitraum von zehn Jahren Daten von Frauen im Alter von 42 bis 52 Jahren erfasst. Die Studienteilnehmer mussten bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit in dieser Erhebung das Erfragte vergleichbar war. Berücksichtigt und ausgewertet wurden unter anderem der Gesundheitszustand, Genussmittelkonsum, die Inanspruchnahme medizinischer Versorgung (Häufigkeit von Arztbesuchen, Medikamenteneinnahme), Beziehungsstatus, Wechseljahresbeginn/-beschwerden und eben die Häufigkeit der sexuellen Aktivität der teilnehmenden Frauen. Zwei englische Wissenschaftlerinnen haben im Hinblick auf den Zusammenhang zwischen Sexualleben und Beginn der Wechseljahre die Ergebnisse der SWAN-Studie erneut ausgewertet und sind zu interessanten Erkenntnissen gelangt.
Die Menopause ist bei den Studienteilnehmerinnen durchschnittlich im Alter von 52 Jahren eingetreten. Bei jenen Frauen, die mindestens einmal wöchentlich Geschlechtsverkehr hatten, setzte die Menopause mit einer um 28 Prozent verringerten Wahrscheinlichkeit ein, als bei solchen, die seltener als einmal monatlich die Zweisamkeit auf diese Art genossen haben. Um 19 Prozent sank die „Gefahr“ des Einsetzens der Menopause bei Probandinnen, die zwischen einmal wöchentlich und einmal monatlich der Leibeslust frönten.
Ob sich die Ergebnisse dieser Untersuchung verallgemeinern lassen, sei dahingestellt. Vielleicht „bemerkt“ unser Körper tätsächlich, dass wir keinen Sex mehr haben, und neigt dann dazu, das Einstellen der somit überflüssig gewordenen Regelblutung einzuleiten. Jedenfalls sind körperliche Bewegung und Lebensfreude sicher gute „Instrumente“, um vielleicht nicht unbedingt länger „jung“ zu bleiben, aber um sich gut zu fühlen.

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